Wer oder was sind eigentlich digitale Nomaden? Bin ich ein digitaler Nomade? Bist du ein digitaler Nomade? Oder möchtest du gerne einer sein? Dieser Artikel soll über das digitale Nomadendasein aufklären.

Digitale Nomaden – Eine Definition

Um zu klären, was digitale Nomaden sind, sollten wir zunächst abklären, wer oder was „klassische“ Nomaden denn überhaupt sind.

Laut Wikipedia werden als Nomaden im engeren Sinne Menschen bezeichnet, die aus ökonomischen Gründen eine nicht sesshafte Lebensweise führen.

„Nomaden waren den Machthabern sesshafter Völker aller Zeiten sehr oft suspekt und wurden nicht selten als Barbaren betrachtet.“

(vgl. Wikipedia.org und Annegret Nippa u. Museum für Völkerkunde Hamburg (Hrsg.): Kleines abc des Nomadismus. Publikation zur Ausstellung “Brisante Begegnungen. Nomaden in einer sesshaften Welt.” Hamburg 2011. S. 30.)

Kein Wunder, dass Nomaden bei „Machthabern“ nicht gut angesehen waren: Nomaden waren schon immer sehr flexibel und wollten stets frei und unabhängig sein. Für digitale Nomaden gilt ähnliches:

„Ein Digitaler Nomade (auch: Internet-Nomade) ist ein Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet um seine Arbeit zu verrichten und der einen Lebensstil führt, der eher als nicht sesshaft, ortsunabhängig oder multilokal zu bezeichnen ist.“

(http://de.wikipedia.org/wiki/Digitaler_Nomade)

Ein digitaler Nomade hat also die Freiheit, selbst zu entscheiden wo sein eigener Arbeitsplatz ist. Dieser kann Zuhause, in einem angemietetem Büro, in einer öffentlichen Bibliothek oder sogar in einem Café in Buenos Aires sein – ein digitaler Nomade ist nicht ortsgebunden.

Wir reden also von freiheitsliebenden Menschen, die ortsunabhängig sind, möglichst ihr eigener Chef sind und dazu mit digitalen Technologien arbeiten. Hey, laut dieser Beschreibung bin ich ein digitaler Nomade. Ich sehe mich selbst aber nicht als digitaler Nomade. Mehr dazu gleich.

Digitaler-Nomade-Werden

Beweggründe ein digitaler Nomade zu werden

Zunächst möchte ich mich damit auseinandersetzen, wieso so viele Menschen digitale Nomaden bewundern und ebenfalls wie sie werden möchten. Was sind also die Beweggründe ein digitaler Nomade zu werden?

  • Unabhängigkeit?
  • Sein eigener Chef sein?
  • Freiheit genießen?
  • Reisen und die Welt erkunden?
  • Einen Neuanfang wagen?

Es gibt sicherlich viele gute Gründe, ein digitaler Nomade werden zu wollen. Doch so schön es sich auch anhört – es ist nicht so, dass du einfach deinen Koffer packen kannst, ins Flugzeug steigst und am nächsten Tag über das Internet dein Geld verdienen kannst. Es sei denn, du hast dir im Vorfeld genug Reserven angespart oder du hast schon ein erfolgreich laufendes Internet-Business. Vielleicht bist du auch Entwickler oder Designer oder du übst einen anderen Beruf aus, mit dem man auch als Freelancer arbeiten kann – dann macht es das für dich um einiges leichter von heute auf morgen über das Internet Geld zu verdienen. Statt wie bisher bei einem Arbeitgeber dein Geld zu verdienen kannst du dir dann eigene Kunden suchen und diese von überall auf der Welt als Freelancer beliefern.

Gruppenarbeit-als-digitaler-Nomade

Baue dir dein eigenes digitales Business auf

Wenn du derzeit einen Beruf ausübst, den man nicht als Freelancer ausüben kann, dann brauchst du schon etwas mehr Vorlaufzeit. Idealerweise baust du dir ein passives Einkommen auf und hast somit auch die Möglichkeit wirklich viel reisen zu können. Doch ohne viel Fleiß geht das nicht, wie ich auch in dem Artikel „Was ist passives Einkommen?“ verdeutlicht habe – vgl. hierzu auch der Artikel „Die Illusion der 4-Stunden-Woche“.

Es ist möglich, dir ein erfolgreiches digitales Business aufzubauen. Das Problem als digitaler Nomade ist dabei jedoch, dass du ja viel reisen möchtest. Je nachdem, wo auf der Welt du dich gerade befindest, wird es auch nicht überall Internet-Zugang geben. Zudem willst du deine Reise ja genießen können und dich nicht mit zu viel Arbeit stressen. Genau das bringt ein digitales Business aber mit sich: Viel Arbeit, gerade zu Beginn. Idealerweise baust du dir dein Online-Business also schon von Zuhause aus auf und begibst dich auf die Reise, sobald das Business läuft. Wenn du ein erfolgreiches Online-Business aufbauen möchtest empfehle ich dir den Artikel „Online-Business erfolgreich aufbauen“.

Du musst kein digitaler Nomade sein

Vielleicht geht es dir aber auch ähnlich wie mir viele Jahre lang, dass du gar nicht dauerhaft reisen möchtest, sondern du dir einfach für ein paar Wochen im Jahr tolle Urlaube leisten möchtest und ein festes Zuhause hast, du aber trotzdem dein eigener Chef bist und du theoretisch von überall aus arbeiten kannst. Ob du dich dann als digitaler Nomade bezeichnen willst bleibt dir selbst überlassen. Ich betrachte mich selbst wie gesagt nicht als digitalen Nomaden. Ich lebe zwar von meinen Webseiten und verdiene mein Geld durch digitale Technologien, aber ich reise dabei nicht, so wie es eben für mich „richtige“ digitale Nomaden tut. Ich selbst bezeichne mich lieber als Online-Unternehmer. Dazu bin ich auch mittlerweile zusätzlich in einem Unternehmen angestellt, da ich meine Zeit gerne damit verbringe.

Ein_digitaler-Nomade

Ich habe andere Gründe in die Ferne zu ziehen. Denn ich bin auch in Deutschland unabhängig und mein eigener Chef. Reisen möchte ich sehr gerne – dabei möchte ich auch meiner Freundin die Welt zeigen – und irgendwann unseren Kindern. Eine Familie gründen kann man als digitaler Nomade wohl nur schwer. Ich denke auch, dass viele digitale Nomaden auf der Suche nach sich selbst sind.

Digitale Nomaden treffen auf ihrem Weg in der Regel auf eine Menge Menschen. Interessant wäre es für mich zu wissen, wie das Liebesleben der meisten digitalen Nomaden aussieht. Ich kann mir denken, dass es schwierig ist sich unterwegs fest zu binden. Es sei denn, man hat einen Ort gefunden, an dem man sich für längere Zeit niederlassen möchte. Aber wenn man von Tag zu Tag lebt und gar nicht weiß wo man in einer Woche sein wird, ist es schwierig eine Beziehung aufzubauen.

Dauerhaft unterwegs zu sein kann ich mir nicht mehr vorstellen. Das habe ich nach dem Studium für ein halbes Jahr gemacht, aber am Ende hatte ich mich wieder auf mein Zuhause gefreut. Ich persönlich mag es, einen festen Sitz zu haben. Ob dieser jetzt in Deutschland, Spanien oder wo auch immer ist, spielt dabei keine große Rolle. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Du entscheidest was du willst

So entscheidest auch du für dich selbst was du willst. Niemand zwingt dich ein digitaler Nomade zu werden und dabei durch die Welt zu reisen. Ich denke viele wollen einfach raus aus dem Hamsterrad und ihr eigener Chef werden. Oder jedenfalls von ihrem Chef in Ruhe gelassen werden und mehr Freiheiten erhalten.

Nun frage ich dich: Was möchtest du? Das typische digitale Nomadendasein? Also reisen und von unterwegs arbeiten? Oder reicht es dir, dein eigener Chef zu sein und weiter einen festen Wohnsitz zu haben? Vielleicht hast du auch schon die Erfahrung als digitaler Nomade gemacht und möchtest sie mit uns teilen? Ist es eine Lebenseinstellung ein digitaler Nomade zu sein? Oder ist es nur für einen gewissen Lebensabschnitt interessant? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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